News-Archiv 2019

News im Januar 2019

Als Weichmacher in Kunststoffen, Kosmetika, Medikamenten oder Spielzeug sind Phthalate nahezu allgegenwärtig. Sie können beispielsweise über die Nahrung sowie durch das Einatmen von Luft und Staub in Innenräumen aufgenommen werden oder auch direkt über die Haut ins Blut gelangen. Um Risiken für die menschliche Gesundheit zu vermeiden, soll die Verwendung von Phthalaten weiter beschränkt werden.

Bereits im April 2018 haben wir Sie über einen Entwurf zur Änderung der Chemikalienverordnung REACh bezüglich Phthalaten in Verbraucherprodukten informiert. Dieser Entwurf wurde nun von der Kommission angenommen und am 18. Dezember 2018 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Geregelt wird darin der Umgang mit den Phthalaten Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP), Benzylbutylphthalat (BBP) und Diisobutylphthalat (DIBP), die als reproduktionstoxisch eingestuft sind. DIBP wird genau wie die Phthalate DEHP, DBP und BBP für weichgemachtes Material in Spielzeug und Babyartikeln in den Anhang XVII der REACh-VO aufgenommen.

Zudem werden nun auch Verbraucherprodukte im Allgemeinen, die weichgemachte Materialien enthalten, vom Eintrag 51 in diesem Anhang erfasst. Ab dem 7. Juli 2020 dürfen sowohl Spielzeug und Babyartikel als auch Verbraucherprodukte, die DEHP, DBP, BBP und DIBP in Konzentrationen von 0,1 Prozent – einzeln oder in Summe – enthalten, nicht mehr in Verkehr gebracht werden. „weichgemachte Materialien“ werden dabei genauer definiert (Beispiele: PVC, PVA und andere Polymere, ausgenommen Polyolefine; Gummi, ausgenommen Silikon-Gummi; Schäume; Überzüge; Druckfarben). Des Weiteren gelten einige Ausnahmen, zum Beispiel für Materialien und Gegenstände in Kontakt mit Lebensmitteln, medizinische Geräte oder Elektro- und Elektronikgeräte.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu diesem Thema gern an Ihren zuständigen Ansprechpartner im Vertrieb oder an unser Order Management unter der Telefonnummer +4940600202777 bzw. schicken Sie uns eine E-Mail.

Um die jüngsten Verbraucher möglichst effektiv zu schützen, hat die EU-Kommission erneut verschärfte Grenzwerte für möglicherweise gesundheitsgefährdende Stoffe in Kinderspielzeug vorgeschlagen. Dazu zählt unter anderem Aluminium. Für die Migration des Metalls aus Spielzeugmaterialien gelten bereits gesetzliche Beschränkungen. Aufgrund einer neuen Einstufung durch das Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks (SCHEER) sind nun allerdings Änderungen vorgesehen. Nach der geplanten Regelung, die Ende 2020 in Kraft treten könnte, verringern sich die bisherigen Migrations-Grenzwerte in Teil III des Anhangs II der Spielzeug-Richtlinie 2009/48/EG wie folgt:

MaterialAktueller GrenzwertVorgeschlagener Grenzwert
in trockenen, brüchigen, staubförmigen oder geschmeidigen Spielzeugmaterialien5.625 mg/kg5.625 mg/kg 2.250 mg/kg
in flüssigen oder haftenden Spielzeugmaterialien1.406 mg/kg560 mg/kg
in abgeschabten Spielzeugmaterialien70.000 mg/kg28.130 mg/kg

Die chemische Verbindung Formaldehyd ist als krebserregender Stoff der Kategorie 1B eingestuft. Sie wird unter anderem in Polymermaterialien, in Klebstoffkomponenten in kunstharzgebundenem Holz (zum Beispiel MDF-, HDF-Platten), als Konservierungsmittel und bei der Herstellung von Textilien, Leder und Papier eingesetzt. Im Dezember 2018 hat die EU-Kommission einen Entwurf für eine Änderung der Spielzeug-Richtlinie 2009/48/EG veröffentlicht. Danach sollen Grenzwerte für Formaldehyd in den Anhang II Anlage C der Richtlinie aufgenommen werden. Betroffen von der Neuregelung ist Spielzeug, das zur Verwendung durch Kleinkinder unter drei Jahren bestimmt ist bzw. anderes Spielzeug, welches dazu bestimmt ist, in den Mund genommen zu werden.

MaterialVorgeschlagener Grenzwert
Polymere1,5 mg/L (Migration)
Kunstharzgebundenes Holz0,1 ml/m³ (Emission)
Textil30 mg/kg (Gesamtgehalt)
Leder30 mg/kg (Gesamtgehalt)
Papier30 mg/kg (Gesamtgehalt)
Wässriges Material10 mg/kg (Gesamtgehalt)

Die geplanten neuen Regelungen sind angelehnt an die Anforderungen der EN 71-9, jedoch sind die Grenzwerte für Polymere und wässriges Material etwas niedriger angesetzt. Für Holzwerkstoffe müsste zudem künftig nicht mehr nach EN 717-3 (Flaschenmethode), sondern nach EN 717-1 (Prüfkammermethode) geprüft werden. Der Entwurf soll im zweiten Quartal 2019 angenommen werden; in Kraft treten könnte die neue Regelung Ende 2020.

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Kinderbekleidung soll praktisch, funktionell und attraktiv sein. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, verwenden die Designer häufig Kordeln, Zugbänder und modische Verschlüsse. Was augenscheinlich schön und zweckmäßig ist, kann aber schnell zum Risiko werden. Bänder, die in Fahrradspeichen hängenbleiben, Kordeln, deren Enden sich in Karussells verhaken – nicht selten verursachen solche Bekleidungsteile Stürze und Verletzungen. Noch gefährlicher sind Zugbänder im Halsbereich, die im schlimmsten Fall zu Strangulationen führen können.

Mit der Norm DIN EN 14682 wurden die Regelungen für den Einsatz von Kordeln und Bändern an Bekleidung für Kinder bis 14 Jahren harmonisiert. Aber auch Kleidungsstücke und Accessoires, die nicht in den Anwendungsbereich der Norm fallen, müssen auf ihr Gefahrenpotenzial hin geprüft und entsprechend behandelt werden. Ansonsten drohen empfindliche Sanktionen: Produktverantwortliche jeder Fertigungsstufe können entsprechend des deutschen Produktsicherheitsgesetzes rechtlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn ihre Artikel nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen und hierdurch Unfälle verursacht werden.

Unser Seminar Produktsicherheit von Kinderbekleidung am 21. März 2019 in Hamburg vermittelt detaillierte Informationen zur Anwendung der DIN EN 14682 und konkrete Lösungsmöglichkeiten für die Umsetzung in der betrieblichen Praxis. Darüber hinaus lernen Sie Ansätze zur Risikobewertung etwa im Hinblick auf verschluckbare Kleinteile kennen. Sie haben zudem Gelegenheit, sich auszutauschen und erhalten Antworten auf Ihre Fragen aus der täglichen Praxis.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu Inhalten und Teilnahmebedingungen. Bei Rückfragen können Sie uns gerne unter +49(0)40 600202-330 anrufen oder uns eine E-Mail schicken.

News im Februar 2019

Formaldehyd kommt unter anderem bei der Produktion von Holzwerkstoffen, als Desinfektionsstoff in Reinigungsmitteln oder Bestandteil von Klebstoffen und Textilien zum Einsatz. Der Stoff gilt als krebserregend, erbgutverändernd und kann aufgrund seiner ätzenden Wirkung bei Kontakt Hautirritationen hervorrufen. Die europäische Chemikalienagentur ECHA ist der Meinung, dass die bisherigen Beschränkungen für Formaldehyd, das aus Verbraucherprodukten freigesetzt wird, nicht ausreichen. In ihrem „Restriction Report“ über Formaldehyd und Formaldehydabspalter, der am 11. Januar 2019 veröffentlicht wurde, schlägt die ECHA daher eine gesetzliche Neuregelung vor.

Demnach soll es künftig verboten sein, Artikel auf den Markt zu bringen, sofern das freigesetzte Formaldehyd einen Grenzwert von 0,124 mg/m³ überschreitet. Die Messung der Formaldehydfreisetzung soll entsprechend der Norm EN 717-1 erfolgen. Ausgenommen werden sollen Artikel, die unter die neue Regelung 2018/1513 für CMR-Stoffe in Bekleidung, Schuhen und anderen Textilien fallen. Für diese Artikel tritt bereits am 1. November 2020 ein Grenzwert für den Gesamtgehalt an Formaldehyd von 300 mg/kg in Kraft, der ab dem 1. November 2023 nochmals auf 75 mg/kg absinkt. Ebenfalls nicht betroffen sind Artikel, in denen Formaldehyd oder Formaldehydabspalter als Biozid nach Verordnung 528/2012 eingesetzt werden.

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Um die Verbraucher möglichst effektiv zu schützen, aktualisiert die europäische Chemikalienagentur ECHA regelmäßig die Kandidatenliste für besonders besorgniserregende Stoffe (Substances of Very High Concern, SVHC). Am 15. Januar 2019 wurden sechs neue Stoffe aufgenommen – damit enthält die Liste nunmehr 197 Einträge. Mit der Aufnahme in die REACh-Kandidatenliste geht eine Informationspflicht innerhalb der Lieferkette einher. Für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt ein explizites Auskunftsrecht über Vorkommen von SVHC in Erzeugnissen. Hersteller, Lieferanten und Händler müssen offenlegen, ob in Erzeugnissen ein besonders besorgniserregender Stoff in einer Konzentration von über 0,1 Prozent enthalten ist.

Zu den neuen Kandidatenstoffen gehören vier polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als Bestandteil oder Verunreinig anderer Substanzen vorkommen können: Benzo[k]fluoranthen, Fluoranthen, Phenanthren und Pyren. Außerdem sind 2,2-Bis(4'-hydroxyphenyl)-4-methylpentan und 1,7,7-trimethyl-3-(phenylmethylene)bicyclo[2.2.1]heptan-2-on (3-Benzylidencampfer) betroffen. Der Stoff 2,2-Bis(4'-hydroxyphenyl)-4-methylpentan ist bislang nicht unter der REACh-Verordnung registriert und wird möglicherweise bei der Herstellung von Thermopapier eingesetzt. 3-Benzylidencampfer findet Verwendung als UV-Filter in Sonnencreme und anderen Kosmetika.

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Optisch ansprechend, funktional, pflegeleicht und hautfreundlich – textile Produkte sollen heute vielfältige Anforderungen erfüllen. Ohne aufwendige chemische und mechanische Prozesse lassen sich die gewünschten Eigenschaften kaum erzielen. Doch wie erhält die Jeans ihre blaue Farbe, die Outdoor-Jacke ihre wasserabweisende Funktion und der Vorhang seinen glänzenden Paisley-Druck? Die individuellen Verfahren der Veredelung sind sehr komplex und erfordern eine rohstoff- und artikelabhängige Kombination verschiedener Prozesse in den einzelnen Stufen der Textilerzeugung. Ein fundiertes textiles Basiswissen ist die Voraussetzung, um eigene Ideen zu verwirklichen und ein Verständnis für Trends, Innovationen und Fehlerquellen zu entwickeln – insbesondere auch im Hinblick auf ökologische Aspekte.

In unserem zweitägigen Seminar „Färben, Drucken, Ausrüsten – Grundlagen der Textilveredelung" am 16. und 17. April 2019 in Hamburg lernen Sie die unterschiedlichen Behandlungsverfahren kennen, die bei der Gestaltung von Textilien zur Anwendung kommen. Ergänzend dazu werden die gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit, Gesundheits- und Umweltverträglichkeit thematisiert, die eine immer wichtigere Rolle bei Produktion und Vermarktung spielen.

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