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Anforderungen an die Sicherheit von Bedarfsgegenständen und Produkten unterliegen einem ständigen Wandel bedingt durch fortschreitende wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Umsetzung durch den Gesetzgeber. Hermes Hansecontrol informiert Sie aktuell und zuverlässig über Neuigkeiten. Hier finden Sie auch aktuelle Informationen zu Projekten von Hermes Hansecontrol.

News im Dezember 2017

Einrichtungsgegenstände, Baumaterialien, Elektronikgeräte oder Kinderspielzeug: Bei der Fertigung von Alltagsprodukten kommen zahlreiche Chemikalien zum Einsatz. Zum Teil werden dabei auch „besonders besorgniserregende Stoffe“ oder Substances of Very High Concern (SVHC) verwendet, um die gewünschten Produkteigenschaften zu erzielen. Diese können krebserregend, hormonell wirksam oder kritisch für die Umwelt sein. Die europäische Chemikalienverordnung REACh verpflichtet Unternehmen seit zehn Jahren zur umfassenden Information über diese Stoffe.

Wie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) im November mitteilte, wird die Einhaltung der Melde- und Kommunikationspflichten für SVHC in Erzeugnissen nun im Rahmen eines Pilotprojekts überprüft. Der Hintergrund: Berichte von nationalen Behörden und NGOs sowie die bislang geringe Anzahl von Notifizierungen legen den Schluss nahe, dass diese Verpflichtungen seitens der Industrie bisher nicht angemessen erfüllt wurden.

Mit dem Projekt will sich die ECHA einen genaueren Überblick über das derzeitige Niveau der Umsetzung verschaffen und Gründe für die mögliche Nichteinhaltung der Pflichten identifizieren. Bei den betroffenen Unternehmen soll das Bewusstsein für die rechtlichen Anforderungen und die damit verbundene Verantwortung gestärkt werden. Im Fokus stehen insbesondere Lieferanten von Erzeugnissen für Endverbraucher, die wahrscheinlich folgende SVHC enthalten:

  • Flammschutzmittel (bromiert und phosphorhaltig)
  • Kurzkettige chlorierte Paraffine (SCCP)
  • Phthalate (Weichmacher)
  • Perfluorierte Stoffe
  • UV-Stabilisatoren (Stoffklasse phenolische Benzotriazole)
  • Aprotische polare Lösemittel (z.B. Dimethylformamid)

Das Projekt wurde im Oktober 2017 gestartet und soll bis Ende Juni 2018 laufen. Ein Ergebnisbericht wird bis Ende November 2018 erwartet.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu diesem Thema gern an Ihren zuständigen Ansprechpartner im Vertrieb oder an unser Order Management unter der Telefonnummer +49(0)40 300 33 73 – 7310, oder sendern Sie uns eine E-Mail.

Auch in diesem Jahr gab es wieder einige Änderungen im Bezug auf Normen, die insbesondere für Konsumgüterhersteller relevant sind. Hier einige Neuerungen im Überblick:

DIN 79016:2017-01

Seit dem 1. Januar 2017 kommt die DIN 79016 zur Anwendung, die Anforderungen an Wander-, Trekking-, Walking- und Tourenskistöcke sowie die entsprechenden Prüfverfahren definiert. Die verschiedenen Stöcke müssen unterschiedlichste Anforderungen erfüllen, unter anderem im Hinblick auf die äußere Gestaltung, auf Griffe und Schlaufen, Durchstoßfestigkeit, Abziehkraft des Griffes, Druck- und Stützkräfte sowie die Dauerbelastbarkeit.

Mit der „Bekanntmachung im Gemeinsamen Ministerialblatt Nr. 21 vom 26. Juni 2017, S. 384“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wird diese Norm als harmonisierte Norm im Rahmen des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) gelistet. Das heißt, sie wird als Grundlage für GS-Prüfungen und Zertifizierungen herangezogen.

Die genannte Bekanntmachung ist abrufbar über die Internetseite der BAUA.

DIN EN 1860-1:2017-09

Im September 2017 wurde die neue Fassung der DIN EN 1860-1 veröffentlicht, die Anforderungen und Prüfverfahren für Geräte, feste Brennstoffe und Anzündhilfen zum Grillen beinhaltet. Informationen zu einer Vermutungswirkung wurden bislang nicht verbreitet – weder auf nationaler Ebene (Produktsicherheitsgesetz) durch die BAuA, noch auf europäischer Ebene (Produktsicherheitsrichtlinie) über die EUR-LEX-Seite.

Das europäische Vorwort fasst wichtige Änderungen der neuen Fassung zusammen:

  • Zur Begriffsdefinition „Grillgerät“ wurden geschlossene und offene Grillgeräte hinzugefügt.
  • Für den Brennstoffbehälter wurden Anforderungen an dessen Dicke sowie die Messung ergänzt.
  • Es wurden neue Anforderungen an „Aschebehälter oder Ascheauffangbehälter“ definiert.
  • Für „Handgriffe oder Griffvorrichtungen“ wurden die maximalen Oberflächentemperaturen angepasst.
  • Zum Teil wurden Prüfverfahren neu gefasst und zum Beispiel eine thermische Prüfung unter Anwendungsbedingungen neu aufgenommen.
  • Übersetzungen der geforderten Warnhinweise in viele Sprachen wurden in den Anhang A des Normenwerks integriert.

Ein weiterer wesentlicher Punkt, der im europäischen Vorwort nicht genannt wird, ist der neu gefasste und ergänzte Abschnitt zur Kennzeichnung von Produkt, Gebrauchsanleitung und Verpackung.

DIN EN 15194:2017-12

Ab dem 1. Dezember 2017 wurde die neue DIN EN 15194 „Fahrräder – Elektromotorisch unterstützte Räder – EPAC“ veröffentlicht. Mit dieser neuen Ausgabe der Norm soll nun auch die Listung, also die Harmonisierung im Rahmen der Maschinenrichtlinie erfolgen. Damit wird die Vermutungswirkung über die Erfüllung der Maschinenrichtlinie angenommen und die Ablösung bzw. Übergangsfrist der „alten“ DIN EN 15194 von 2012 bestätigt.

Die neue Norm bringt einige Änderungen im Bezug auf die Anforderungen an Pedelecs und die entsprechenden Prüfverfahren mit sich, vor allem was den Bereich der mechanischen Sicherheit betrifft. Dieser wurde komplett in das Normenwerk einbezogen. Allerdings werden in der neuen Norm nur Anforderungen an Pedelecs in der Kategorie Trekking und City genannt. Falträder sind hier eingeschlossen, Lastenfahrräder, Mountainbikes und Rennräder jedoch nicht. Für MTB- und Rennrad-Pedelecs werden sich Unternehmen daher wohl weiterhin auf den nächstliegenden Standard beziehen müssen, die DIN EN ISO 4210. Die Lasten und Anforderungen aus dieser ISO-Norm sind höher und werden insofern auch der DIN EN 15194 gerecht.

Darüber hinaus gibt es in diesem Bereich einige „kleinere“ Änderungen, zum Beispiel bei der Prüfreihenfolge der Vorderradgabel-Stoßprüfung rückwärts. Hier ist ein Gabelmuster nach der dynamischen Wechsellast einer zweistufigen Stoßbelastungen und einer Verdrehprüfung zu unterziehen.

Der Abschnitt über elektrische Anforderungen wird ebenfalls um neue Anforderungen ergänzt, die sich aus den Forderungen der Maschinenrichtlinie ergeben. So sind zukünftig die Risikoanalysen nach DIN EN ISO 12100 bindend durchzuführen. Außerdem müssen Maßnahmen gegen unbefugtes Benutzen und Manipulation vorgesehen werden. Das Thema Manipulation muss also ein wesentlicher Bestandteil der Risikoanalyse, der Auslegung des Pedelecs und der Prüfung nach DIN EN 15194 sein. Hier gilt es, am Markt nach üblicherweise erhältlichen „Tuning“-Systemen Ausschau zu halten und unter Umständen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen vorzusehen.

Für sicherheitsbezogene Bauteile, die unbeabsichtigtes Anfahren, unbeabsichtigtes Ingangsetzen oder auch das Brandrisiko des Akkus betreffen, gelten nun Performancelevel (PLr) nach DIN EN ISO 13849-1. Weiterhin wurden die Anforderungen an die Kennzeichnung sowie die Anleitung um Punkte aus der Maschinenrichtlinie erweitert – unter anderem sind nun CE-Zeichen, Baujahr, Typbezeichnung sowie Masse (wenn größer als 25 kg) vorgeschrieben.

Bei der elektromagnetischen Verträglichkeit und deren Prüfungen ergeben sich mit der neuen DIN EN 15194 keine relevanten Änderungen.

DIN EN 62133-1 /-2

Seit dem 1. November 2017 gelten außerdem neue Sicherheitsanforderungen für Batterien. Das Normenwerk „Sekundärzellen und -batterien mit alkalischen oder anderen nicht säurehaltigen Elektrolyten – Sicherheitsanforderungen für tragbare gasdichte Sekundärzellen und daraus hergestellte Batterien für die Verwendung in tragbaren Geräten“ ist jetzt in zwei Teile aufgesplittet: Teil 1 beinhaltet die Anforderungen an Nickel-Systeme, Teil 2 die Anforderungen an Lithium-Systeme. Die bisher gültige DIN EN 62133 erhält eine Übergangsfrist bis Mitte März 2020.

Insbesondere für Akteure im Bereich Elektromobilität sind folgende Änderungen in Teil 2 relevant:

  • Herausnahme von Nickel-Systemen in einen separaten Teil 1
  • Einbeziehung von Anforderungen an Knopfzellen
  • Überarbeitung von Abschnitt 5.6 Zusammenbau von Zellen zu Batterien
  • Einfügen der mechanischen Prüfung (Vibration 7.3.8.1, Schocken 7.3.8.2)
  • Hinzufügen der IEC/TR 62914 zum Literaturverzeichnis

Für Pedelecs werden die Sicherheitsanforderung der Akkus gemäß der neuen DIN EN 15194 mit folgender Anmerkung spezifiziert: „Das Prüfen der Batterie, z. B. nach EN 62133 oder EN 50604-1, kann als ausreichende Prüfung betrachtet werden, um diese Anforderung zu erfüllen.“ Das bedeutet: Die Abprüfung des Li-Ion Akku Packs nach DIN EN 62133-2 oder EN 50604-1 in jeweils aktuellster gültiger Fassung bildet den Grundbaustein zum Nachweis der Akkusicherheit.

Diese beiden Normen sollten auch für Li-Ion Akkus in anderen Elektromobilitätsprodukten wie zum Beispiel Hooverboards oder E-Scootern Anwendung finden.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu diesem Thema gern an Ihren zuständigen Ansprechpartner im Vertrieb oder an unser Order Management unter der Telefonnummer +49(0)40 300 33 73 - 6124 bzw. senden Sie uns eine E-Mail.

Die europäische Chemikalienverordnung REACh (Registration, Evaluation, Authorisation and Restrictions of Chemicals) nimmt alle Akteure entlang der Lieferketten in die Pflicht. Die Unternehmen sind gefordert, Informationen zu besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC, Substances of Very High Concern) zuverlässig zu beschaffen und bis zum Konsumenten weiterzugeben. Dies sorgt immer noch für große Unsicherheit in den Unternehmen.

Unser zweiteiliges Seminar-Paket zum Thema REACh gibt Ihnen einen Überblick über die gesetzlichen Anforderungen und zeigt sinnvolle Maßnahmen in der betrieblichen Praxis auf:

Die Seminare können einzeln oder im Paket gebucht werden.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu Inhalten und Teilnahmebedingungen. Bei Rückfragen können Sie uns gerne unter (040) 300 33 73 - 13 30 anrufen oder uns eine E-Mail schicken.

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